Fünf QualitätsVoraussetzungen bestimmen
die Hochwertigkeit eines Cashmere-Garns:

1. Die Länge der Faser

Das feine Unterhaar der Cashmere-Ziege ist der Rohstoff, aus dem ein Cashmere-Garn entsteht. Je feiner und länger dieses Unterhaar ist, umso dünner und wertvoller ist der daraus versponnene Faden. Für ein hochwertiges Produkt bedarf es einer Faserlänge von 35 bis 50 mm. Je länger die einzelnen Fasern sind, umso teurer ist das Rohmaterial. Es sind aber auch Cashmere-Produkte auf dem Markt, bei denen diese Faserlänge wesentlich geringer ist und oft nicht mehr als 10 mm beträgt.

2. Je dünner das Ziegenhaar, desto besser

Nur das feinste Unterhaar der Ziege wird als echtes und reines Cashmere – Pashmina – bezeichnet. Die Feinheit des Haares wird in Mikrometern (die Bezeichnung für den Faserdurchschnitt) gemessen. Nur Haare mit einem Mikron zwischen 14 und 16 dienen als Rohstoff für die beste Cashmere-Qualität. Diese Rohstoffe stammen ausnahmslos von Ziegen aus der Mongolei und China. Minderwertige Garne können Ausgangsfasern von bis zu 19 Mikron aufweisen.

 

3. Das perfekte Garn ist immer ein Zwirn

Bevor aus den wertvollen Flaumhaaren der Ziegen durch einen komplizierten und langwierigen Prozess das Garn entsteht, wird der Ziegenflaum von Sand und Wollfett gereinigt. Jede italienische Spinnerei hat dafür ihr eigenes Familienrezept, welches über Generationen bewahrt wurde. BARBARA LOHMANN verarbeitet ausschließlich Garn, das aus zwei äußerst gleichmäßigen und dünnen Fäden besteht, die zu einem Zwirn verdreht wurden. Dieser Zwirnfaden hat, gemessen an 1 kg Garn, eine Länge von 28.000m und darf nur einen Anteil an dickeren Grannen-haare von 0,05 bis maximal 0,1% enthalten. Allgemein zulässig sind aber 2% dieser gröberen Haare. Viele Cashmere-Produzenten verarbeiten zudem nur 1-fädiges statt des viel teureren 2-fädige Garnes.

4. Die Tonalität des Ziegenhaares

Die meisten Ziegen haben mittel- bis dunkelbraune Haare. Nur sehr selten gibt es Cashmerehaare von weißen Ziegen, dementsprechend ist diese seltene Farbe auch am teuersten. Bei BARBARA LOHMANN werden diese wertvollen weißen Ziegenhaare als Rohmaterial für Pastelle und kräftige Farben verarbeitet. Einige Garnproduzenten bleichen einfach das dunklere Cashmere-Material, um es für hellere und kräftige Garnfarben zu färben. Das hat einen wirtschaftlichen Hintergrund, denn die dunkleren Ziegenhaare können bis zu 30% günstiger eingekauft werden. Diese Garnproduzenten nehmen allerdings erhebliche Qualitätsminderungen in Kauf, wie den Verlust an Elastizität, Griff und Reißfestigkeit. Pashmina 1. bis 5. Grades.

Pashmina ist in Asien die allgemeine Bezeichnung für Cashmere. Unterschieden werden Qualitätsgrade von der besten 1. Stufe bis zur 5. Stufe. BARBARA LOHMANN verwendet ausnahmslos die Qualität der 1. Stufe. Wenn Sie einen Schal mit der Qualitätsbezeichnung „100% Pashmina“ kaufen, sollte er aus 100% reinem Cashmere bestehen. Da der Name Pashmina leider ebenfalls nicht geschützt ist, gibt es Anbieter, die ihn für minderwertige Produkte benutzen. Mit der kostbaren, ursprünglichen Namensbedeutung hat dies allerdings nichts zu tun.

5. Die Verarbeitung:
Coco Chanel als Wegbereiterin

Erst Anfang des letzten Jahrhunderts begann man in Frankreich, Cashmere industriell zu verarbeiten - anfangs für Unterwäsche. In den 20er-Jahren zeigten dann COCO CHANEL und JEAN PATOU, wie unnachahmlich schön Strick aus Cashmere zu gestalten ist.

Damit begann die Cashmere-StrickIndustrie auf aller höchstem Niveau. So trat die Cashmere-Faser ihren Sieges-zug an. Besonders italienische Spinnereien zeichneten sich durch die Reinheit,Gleichmäßigkeit und Feinheit des zu verspinnenden Fasermaterials aus. Dabei waren beste Wasserqualitäten dieser Regionen für Standorte der Spinnereien Voraussetzung und sind es heute noch.

Von Kammgarn-Cashmere bis zum Handstrick

Für ihren Kammgarn-Cashmerestrick verwendet BARBARA LOHMANN ein noch wesentlich feineres, gekämmtes Garn. Dieses Garn kann mehr als doppelt so fein sein wie das beste Streichgarn und bezogen auf 1 kg Garn eine Länge von 52.000m bis 80.000m erreichen. Ein Kammgarn-Strickteil ist deshalb federleicht, und die einzelnen Maschen liegen so dicht nebeneinander, dass man sie nur mit einem Vergrößerungsglas richtig erkennen kann.

Ein Grobstrick-Pullover oder eine handgestrickte Jacke kann dagegen aus mehr als 12 einzelnen Fäden bestehen und ein Gewicht von 1.000 Gramm und mehr erreichen. DIE PFLEGE: LANGE FREUDE AN CASHMERE HABEN Natürlich können Sie ein Cashmere-Strickteil auch chemisch reinigen lassen, jedoch sollten Sie die Behandlung mit Wasser vorziehen. Cashmere ist ein Naturprodukt und liebt weiches Wasser. Waschen Sie, gern auch in der Maschine und auf jeden Fall in einem Wäschesack, im Wollprogramm in genügend kaltem bis 20 Grad warmem Wasser mit einem sehr guten, rückfettenden, flüssigen Wollwaschmittel aus dem Fachhandel. Achten Sie darauf, dass dieses Waschmittel keine Bleichmittel, Aufheller oder Weichspüler beinhaltet. Das Waschmittel sollte sehr sparsam verwendet werden, da es sonst zu Verfilzungen führen kann. Ein speziell für Barbara Lohmann entwickeltes Waschmittel für Cashmere und feine Wolle erhalten Sie natürlich in allen Barbara Lohmann Geschäften.

Bitte lassen Sie das Strickteil niemals im Wasser liegen, da sich die biologischen Bausteine der Cashmere-Faser verändern und Schaden nehmen könnten. Auch die für ein kostbares Cashmere-Strickteil gewählten Knöpfe aus echtem Horn oder Perlmutt vertragen kein langes Bad im Wasser. Schleudern Sie anschließend das Strickteil bei mäßigen Umdrehungen. Das gut ausgedrückte Strickteil am besten auf einem Frotteetuch leicht in Form modellieren und trocknen lassen – weit weg von Sonne und Heizung! Bei Bedarf anschließend mit feuchtwarmem und keinesfalls zu heißem Bügeleisen leicht abdämpfen. Dabei eventuell vorhandene Knöpfe aussparen.

Cashmere Strick braucht auch einmal eine Pause! Gönnen Sie Ihren Lieblingsteilen einen Tag Ruhe und lüften Sie sie an der frischen Luft. Legen Sie das Strickteil nach Gebrauch wieder zusammen und, wenn Sie mögen, in den mitgelieferten Polybeutel mit Verschluss. So können Sie sicher sein, dass sich keine Motten oder andere unerwünschte Gäste einnisten.

Die Pflege von Cashmere ist nicht aufwändig und es lohnt sich: denn so werden Sie lange Freude an Ihrem hochwertigen Strickteil haben!